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Simplicity und Design Thinking Zwei Wege, ein Ziel: mehr Einfachheit

November 24, 2017

Wer sich zufriedene Kunden und Nutzer wünscht, sollte es ihnen einfach machen. Das ist meine wichtigste Erkenntnis aus über 15 Jahren Praxiserfahrung in der Produktentwicklung und im Innovationsmanagement. Aus dieser Erfahrung heraus hat sich unser Simplicity-Gedanke entwickelt: ein Konzept, mit dem sich Produkte, Prozesse und Dienstleistungen spürbar vereinfachen lassen.

 

Ähnlich wie beim Design Thinking geht es auch bei Simplicity darum, die Sicht des Kunden einzunehmen und seine Bedürfnisse zu verstehen. Mit beiden Ansätzen wollen wir gute Ideen oder Konzepte entwickeln, wie sich Probleme ganzheitlich und nutzerorientiert lösen lassen. Wir haben also das gleiche Ziel und eine ergänzende Herangehensweise:

Design Thinking ist ein iterativer, userzentrierter Ansatz, um komplexe Probleme zu verstehen und zu lösen. Design Thinking unterstützt radikale Innovationsideen zu verfolgen. Ein wichtiger Fokus ist das Verstehen des Problems, der Aufbau von Empathie für den Nutzer und die Definition der Nutzer- und Kundenbedürfnisse. Zudem ist es eines der zentralen Aspekte im Design Thinking "einfache und elegante" Lösungen für den Kunden zu gestalten.

 

Auf dieser Basis sollte zusätzlich über Simplicity nachgedacht werden. Und zwar in der gesamten Kundenerlebniskette. Der Simplicity-Ansatz definiert ergänzend, was Einfachheit bedeutet. Er vertieft und sucht zusätzlich nach alternativen Wegen und Sichtweisen, um diese Verbesserung zu erreichen. Der Begriff einfach wird mit konkreten Inhalten gefüllt.

 

Ein Beispiel: der Fahrkartenautomat

Am einfachsten lässt sich das vielleicht an einem Beispiel erklären: dem Fahrkartenautomaten. Viele dieser Geräte sind so kompliziert in der Anwendung, dass ihre Nutzer sich vor der Bedienung scheuen – oder vielleicht sogar ganz aufs Bahnfahren verzichten. Der Lösungsansatz des Design Thinking ist jetzt zum Beispiel, das Gerät so zu verändern, dass es bedienungsfreundlicher wird. Mit der speziellen Simplicity-Perspektive wird ergänzend entwickelt, was in dieser Situation inhaltlich einfach bedeutet. Simplicity geht so einen Schritt weiter. Wir erforschen die Möglichkeiten zugleich ausserhalb des Gewohnten und fragen uns: Braucht es überhaupt einen Fahrkartenautomaten, um von A nach B zu kommen – oder lässt sich das Ticketproblem vielleicht auch auf eine andere Art und Weise einfacher lösen? Können uns beispielweise Smartphones oder digitale Medien dabei helfen? Und wenn ja, wie? Die bewährten fünf Prinzipien der Einfachheit unterstützen zusätzlich die Kreierung derartiger nutzerfokussiert Lösungsansätze.

 

Kombiniert man die Denkweisen und Hilfsmittel beider Konzepte, entsteht eine ganz neue Qualität der Ergebnisse: die grösstmögliche Einfachheit aus Sicht des Nutzers. Dieser Nutzer ist dabei Start und Ziel aller Überlegungen, denn er soll am Ende zufrieden sein. Design Thinker und Simplicity-Anwender starten den Prozess auf ähnliche Weise: Bereits in der Analyse beobachten wir Kunden und Konsumenten intensiv, treten mit ihnen in Kontakt, lernen aus ihrem Feedback, um das Problem genauer zu erkennen. Die Simplicity-Anwender formulieren hierbei den Begriff einfach in konkrete Beschreibungen wie zum Beispiel: „Einfach ist, wenn …“.

 

Mehr Handlungsspielraum durch mehr Fragen

Mit Simplicity lässt sich diese Herangehensweise noch erweitern. Wir stellen uns und den Kunden zusätzlich weitere Fragen, die uns der Lösung näherbringen:

  1. was macht der Nutzer - und warum?
    Was sind die Aufgaben (Jobs to be done)? Wo hat er Probleme?

  2. Was ist für wen einfach – und warum?

    Was versteht unsere Zielgruppe unter Einfachheit?

  3. Wo können wir die 5 Prinzipien der Einfachheit anwenden?
    Also: Dinge weglassen, restrukturieren, ergänzen, ersetzen oder neu wahrnehmen. 

  4. Wie können wir den Lösungsspielraum erweitern?
    Indem wir die bisherige Sichtweise ausblenden und völlig neu denken.

Im Zusammenspiel mit den kreativen Ansätzen des Design Thinking lassen sich so schnell anschauliche Ideenskizzen und Prototypen entwickeln, die die Einfachheit direkt erfahrbar machen. Und stets wird überprüft: Ist es nur eine andere Lösung oder vereinfacht das neue Ergebnis wirklich? Ein inspirierender Gewinn für beide Seiten, für das Unternehmen und den Nutzer.

 

Für die Entwicklung von einfachen Lösungen haben sich fünf bewährte Prinzipien herauskristallisiert, die gerade in Kombination mit Design Thinking zur Anwendung kommen:

  1. Das Prinzip Restrukturieren: Eine neue Gliederung schaffen oder Prioritäten verändern.

  2. Das Prinzip Weglassen: was keinen Mehrwert bietet oder nicht mehr gebraucht wird, wird ersatzlos gestrichen.

  3. Das Prinzip Ergänzen: gezielt werden Funktionen oder Teilschritte zusammengefügt oder integriert.

  4. Das Prinzip Ersetzen: durchdacht wird etwas ausgewechselt.

  5. Das Prinzip Wahrnehmen: berechnend werden emotionale Faktoren berücksichtigt.

     

Wer mehr über das Simplicity-Prinzip erfahren möchte, vertieft dies in dem Buch „simplicity. Starke Strategien für einfache Produkte, Dienstleistungen und Prozesse“ (www.simplicity-buch.com) oder in der simplicity.akademie  mit Trainings und Workshops die Umsetzungsstrategien für mehr Einfachheit konkret anwenden.

 

Dr. Michael Hartschen

 

Zur Person:

Dr. Michael Hartschen ist Experte für Innovationsmanagement, Coach, Dozent und Autor des Buches „Simplicity. Starke Strategien für einfache Produkte, Prozesse und Dienstleistungen“. Nach jahrelanger intensiver Beschäftigung mit den Bereichen Innovation und Produktentwicklung hat er klare Standards für mehr Einfachheit definiert. Er kennt die Prinzipien und Hilfsmittel für einfache Abläufe und Produkte und überträgt diese auf jede gewünschte Unternehmensebene. Als Vermittler, Querdenker und Impulsgeber coacht er Mitarbeiter und Führungskräfte verschiedener Branchen auf dem Weg zu mehr Einfachheit – in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

 

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