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Urban Design Thinking: Eins-zu-Eins Prototyping als Werkzeug für gemeinwohlorientierte Städte?

March 4, 2017

Was macht eine Stadt zu meiner Stadt? Was macht eine Stadt lebenswert? Für den dänischen Architekten und Stadtplaner Jan Gehl sind es Städte die für Menschen gebaut sind, Städte die sich an den Nutzerbedürfnissen der Bewohner im Alltag ausrichten und sich das Leben zwischen den Hauswänden abspielt. Schon die Schriftstellerin und Aktivistin Jane Jacobs erkannte 1961 durch ihre Beobachtungen der Art und Weise wie die Stadtbewohner den öffentlichen Raum nutzen, dass eine lebenswerte Stadt nur dann entstehen kann, wenn sie durch Teilhabe und Einbezug Aller entsteht.

 

 

 

Urban Design als Schnittstelle zwischen Kommunalverwaltung und den Stadtbewohnern

 

Vor diesem Hintergrund erscheint die Anwendung des Design Thinking Prozess in Stadtplanung und (eigenmächtiger) Stadtgestaltung mehr als passend: Die Stadtbewohner als Experten des Alltags stehen dabei im Fokus. Ihr aktiver Einbezug fördert die zur Entstehung eines lebendigen Quartiers und die Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld. Als Research und Design Tool für die Stadt hilft der Prozess bei der gemeinwohlorientierten Gestaltung von Freiräumen oder Zwischenräumen und kann zudem als Schnittstelle zwischen der Kommunalverwaltung und den Stadtbewohnern fungieren.

 

Im Vergleich zum klassischen Design Thinking wird der Prozess beim Urban Design Thinking um die Elemente der Raumanalyse mittels der Wahrnehmungssticker, das (kritische) Kartieren und das Eins-zu-Eins Prototyping vor Ort erweitert. Insbesondere letzteres führt durch das ergebnisorientierte Arbeiten am realen Ort und unter realen Rahmenbedingungen zu einem grossen und schnellen Erkenntnisgewinn.

 

 

 

 

Eins-zu-eins Prototyping als Reallabor im Raum 

 

Beim Eins-zu-eins Prototyping wird gemeinsam entworfen, realisiert und analysiert. Mittels einfachster Materialien, wie Klebeband, Kreide, Holz oder Karton wird ein Prototyp massstabsgetreu in die

beabsichtigten Umgebung integriert und unter realen Bedingungen getestet, ob vorgeschlagene Massnahmen auch realisierbar sind und sich bewähren. Dabei kann das Eins-zu-Eins Prototyping in Form einer Intervention, einmalig oder für einen temporären Zeitraum, formell oder informell umgesetzt werden. Diese “Reallabore” erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, da sie dabei helfen können Entscheidungsträger Schritt für Schritt von einem Anliegen zu überzeugen.  

 

 

 

Beispiel International Parking Day San Francisco

 

In San Francisco fand vor über zehn Jahren erstmals der Internationale Parking Day statt: Um auf die Dominanz des fliessenden und des ruhenden Verkehrs im Stadtraum aufmerksam zu machen, werden Parkplätze für einen Tag lang von Bewohnern mit einer alternativen Nutzung belegt, wie zum Beispiel das Anlegen von Micro-Parks oder anderen kreativen Erweiterungen des Gehwegs zu Treffpunkten. Der Parking Day hat sich innerhalb kürzester Zeit weltweit etabliert, und auch Stadtverwaltungen beginnen umzudenken. In San Francisco und New York wurden inzwischen sogar von Seiten der Stadt vielerorts dauerhafte Public Parklets errichtet. In Stuttgart wird derzeit an der Fragestellung gearbeitet, wie ein Rechtsrahmen aussehen könnte, der es den Anwohnern ermöglicht Flächen im öffentlichen Stadtraum zum Nutzen der Allgemeinheit zu gestalten. Voraussetzung dafür ist es jedoch, dass die Nutzung temporär ist und keine kommerziellen Ziele verfolgt.  

 

 

Werkzeuge des Design Thinkings im urbanen Raum

 

Das Zusammenspiel von Stadtbewohnern als Experten des Alltags und Designern als Prozessberater führt zu neuen Gestaltungspraktiken. Design Methoden wie User Journeys oder Touchpoint Analysen und die unbedingte Prämisse des Prinzips der Einfachheit sind dabei wichtige Hilfsmittel die eine ganzheitliche Umsetzung mit Einbezug aller Stakeholder gewährleistet.

Urban Design Thinking ist also ein integrativer Ansatz der neben der Verbesserung von räumlichen Qualitäten auch das Potential hat Gemeinschaften zu bilden, die die Fähigkeit haben sich selbst zu organisieren. Das Eins-zu-Eins Prototyping aber auch die Implementierung von gemeinschaftlichen Nutzungsideen ist eine direkte, lokale Form der Demokratie.

 

 

 

 

 

 

 

Laura Bruns ist Designforscherin (M.A.), Medienmanagerin (B.A.) und hat an der hpi School of Design Thinking studiert. Sie arbeitet als Kommunikationsstrategin mit Fokus auf Hands-on Aktionen im Stadtraum und ist Gründerin des UD-Thinkers Netzwerks das sich mittels des Design Thinking Ansatzes für offene und gemeinwohlorientierte Räume einsetzt.  Im Rahmen ihrer Arbeit für die Placemaking Plattform stadtstattstrand, erforscht sie die Strategien und Ansätze der kreativen Nutzung von Freiräumen in der Stadt.

www.stadtstattstrand.de

www.urbandesignthinking.net

 

 

 

 

 

 

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